Projekt-Dokumentation Laufbach-Wasserfälle in Loffenau

Standort:
76597 Loffenau

Auftraggeber:
Gemeinde Loffenau

Landschaftsbau:
Fa. König, Lichtenau-Ulm

Projektdaten
Planungsbeginn Büro Herz: 2002
Ausführung: 2003
Gesamtfläche: 400 m²  

In einem ersten Bauabschnitt des geplanten Laufbach-Grünzuges wurde das untere Teilstück an den Wasserfällen realisiert. Wir wählen dies Projekt zu einer genaueren Darstellung des Planungs- und Bauablaufes, weil es schwierig war und uns ans Herz gewachsen ist. Es zeigt aufgrund seiner relativ geringen Größe, dass es hinsichtlich der Qualität eines Landschaftskunstwerkes völlig egal ist, ob ein Projekt klein oder groß ist. Es zeigt auch, aufgrund seiner Lage inmitten eines Landschaftsraumes, der vertrackten Topografie und der Bestandsnähe zum vorgefundenen Ruinenbauwerk der alten Mühle und zum Wasserfall, wie Landschaftsarchitekten und Landschaftsbaufirmen mit Respekt vor dem Bestand arbeiten und dabei die Gunst der Situation nutzen („geliehene Landschaft"), ohne unbedingt durch etwas Originelles und „Gemachtes" auftrumpfen zu müssen. Sehen und Finden, Entwickeln und zum Wachstum verhelfen, dem Benutzer eigenen Spielraum lassen, hierin liegt ein Teil unserer Philosophie. Das Besondere liegt, wenn man Glück hat, im Zauber des Ganzen und im Gefühl, das ganz Andere zu erleben...und nicht „dasselbe in Grün"...
Am Beginn stehen häufig mehr oder weniger klar geäußerte Wünsche des Bauherrn. Bei Ortsbesichtigungen, gerne auch erst einmal alleine, durchstreifen und umrunden wir suchend „das Objekt". Im vorliegenden Fall war rasch klar, dass die Mühlruine die Möglichkeit bot, einen Steg aufzulegen und so einen besonderen Ort zugänglich zu machen.
Vermessungstechnische Vorarbeit (Erstellung eines genauen Bestandsplanes) und, planungs- und baubegleitend, die Zuziehung eines Bodengutachters und eines Statikers, waren Grundvoraussetzung eines sauberen Planungs- und Bauablaufes. Die schwierige Topografie machte aufwendige Treppenbauten erforderlich. Es galt, diese „weich" ins Gelände einzubetten mit Hilfe von Gabionen. Felsiger Untergrund kam uns zu Hilfe. Eine Planung „am grünen Tisch" war hier nur bedingt möglich – stets musste vor Ort im Rahmen der Planung und der Bauleitung örtlich nachgeprüft werden. Zudem war das Gelände schwer zugänglich, so dass eine gute Baustellenlogistik erforderlich war.
Solche Projekte können nur als Teamwork gelingen zwischen einer aufgeschlossenen Gemeindeverwaltung, belastbaren und inspirierten Planern und ebensolchen Handwerkern – in diesem Fall einer kleineren Landschaftsbaufirma, bei welcher der Firmenbesitzer vor Ort mitarbeitete und so die erforderliche handwerkliche Qualität der Arbeit sicherstellte.
Landschaftsarchitektur ist ein Prozess. Die Werke entwickeln sich mit und aus dem Bestand. Sie sind nie fertig, sondern unterliegen der Entwicklung, die häufig mit Zuwachs verbunden ist, sie „verzinsen" sich, begleiten uns über lange Zeit... gute Bauherren wissen aber auch, dass sie verletzlich sind und der Pflege bedürfen.